Endoskopie Chirurgie München
Fachärztliche Praxis Barbara Herter
 
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Spektrum

Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenerkrankungen ÜberfunktionDie Schilddrüse (SD)ist ein schmetterlingförmiges Organ im Halsbereich, das die Luftröhre von vorne halbkreisförmig umfasst. Sie besteht aus einem rechten und linken Lappen, die brückenförmig miteinander verbunden sind. Eine normale Schilddrüse ist kaum tastbar. Die Schilddrüse produziert Hormone, die für den Stoffwechsel von lebendswichtiger Bedeutung sind. Erkrankungen der Schilddrüse werden zum einen in gut- und bösartige SD-Erkrankungen eingeteilt. Ausserdem wird die hormonellen Funktion mit Vergrösserungen einzelner Teile oder der gesamten SD, mit Über- und Unterfunktionen sowie Entzündungen unterschieden.

Das operative Spektrum umfasst vornehmlich gutartige Erkrankungen der Schilddrüse mit unterschiedlichsten Funktionsstörungen. Es handelt sich oftmals um sehr komplexe Krankheitsbilder, hierfür stehen medikamentöse, radiotherapeutische (Bestrahlung mit radioaktiven Substanzen) und chirurgische Behandlungsverfahren, die auch miteinander kombiniert werden können, zur Verfügung. Je nach Befund ist es notwendig, einen Teil oder die gesamte Schilddrüse zu entfernen. Bei bösartigen Erkrankungen zusätzlich Entfernung von Lymphknoten und ggf. Muskelanteile.

Beschwerden (Symptome)

Eine Schilddrüsenvergrößerung (Struma) ohne Hormonaktivität ist oft symptomlos. Bemerkt wird oft nur eine Verdickung des Halses. Bei starker Vergrößerung kann die Schilddrüse auf andere Organe drücken und diese einengen. Daher kann es zu Atemproblemen kommen durch Druck auf die Luftröhre, bei Druck auf die Speiseröhre bestehen oft Schluckstörungen. Bei einer Überfunktion wie beispielsweise dem Morbus Basedow kommt es neben der oft vergrößerten Schilddrüse zu Unruhe und Nervosität, gesteigerter Herzfrequenz und Gewichtsabnahme. Oft bilden sich auch charakteristische hervorstehende Augäpfel aus (Exophthalmus). Bei der Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) besteht oft eine schmerzhafte Schwellung, bei akutem Geschehen kann auch Fieber auftreten. Man unterscheidet heiße Knoten (produzieren Schilddrüsenhormone) und kalte Knoten (produzieren keine Hormone), letztere können auch bösartig sein.

Euthyreote Struma (Kropf / Schilddrüsenvergrößerung)
Tastbare Vergrößerung der Schilddrüse bei normaler Hormonproduktion (ca. 90% aller Strumen), Hauptursache ist hierfür ein Jodmangel oder endokrine Belastungen mit erhöhtem Bedarf an Schilddrüsenhormon.

Hypothyreose ( Schilddrüsenunterfunktion)
Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion kann ein Mangel an funktionstüchtigem Schilddrüsengewebe (z.B. nach Schilddrüsenentzündung, Bestrahlung, Autoimmunerkrankungen) oder ein angeborener Enzymdefekt sein. Auch eine zentrale Störung bei der Hormonsteuerung kann zu einer Unterfunktion führen.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Ursache hierfür können neben Autoimmunerkrankungen, Adenome in der Schilddrüse sein, welche unkontrolliert zu viel Hormone ausschütten. Dies kann uU zu einem lebendsbedrohlichem Zustand der thyreotoxischen Krise führen.

Schilddrüsen Ultraschall
Schilddrüsen Hals CT Tracheazielaufnahme

Diagnostik:

Häufig ist ein Kropf bereits als Verdickung am Hals zu sehen. Durch eine Abtastuntersuchung und Ultraschall wird die Schilddrüse beurteilt und das Ausmaß der Vergrößerung gemessen. Des Weiteren werden Schilddrüsenwerte und andere Parameter in der Blutuntersuchung bestimmt.

  • fT3/fT4 + TSH-Spiegel
  • Schilddrüsenszintigramm
  • Ultraschall der Schilddrüse
  • HNO-Konsil
  • Feinnadelpunktion eines kalten Knotens
  • Hals-CT Tracheazielaufnahme

Therapie

Konservative Therapie
Manche Befunde können medikamentös (z.B. Schilddrüsenhormone oder schilddrüsenhemmende Substanzen) therapiert werden. Auch eine spezielle Bestrahlung (Radiojodtherapie) kann angezeigt sein.

Operation

Gründe für ein operatives Therapieverfahren stellen die gutartige Schilddrüsenvergrößerung, die Luftröhreneinengung, eine Schilddrüsenüberfunktion aufgrund einzelner Knoten oder diffuser Struma, autonome Adenome oder Strumen mit kalten Knoten oder eine Rezidivstruma ohne Ansprechen auf Radiojodtherapie dar. Beim Morbus Basedow wird meist auch normal erscheinendes Gewebe entfernt, da sonst weiterhin eine Überfunktion bestehen kann. Liegt ein bösartiger Tumor vor, so muss meist die gesamte Schilddrüse einschliesslich der zugehörigen Lymphabflusswege entfernt werden. Die Schilddrüsenoperation erfolgt in Vollnarkose. Es erfolgt ein Schnitt, der in der Regel im unteren Halsbereich von rechts nach links verläuft. Je nach Befund werden ein oder beide Lappen der Schilddrüse komplett oder teilweise herausgenommen werden. Bei Krankheiten der Schilddrüse, die nicht bösartig sind, wird alles knotig umgebaute Gewebe komplett entfernt, da auch geringfügige Reste weiterhin wachsen können und zu einem neuen Kropf führen können.

Prognose

Gutartige Schilddrüsenerkrankungen können je nach Ursache durch eine Operation gut therapiert werden und sind in erfahrener Hand ein komplikationsarmes Verfahren. Bei bösartigen Tumoren hängt die Prognose vom Typ sowie Ausdehnung und Vorhandensein von Tochtergeschwülsten (Metastasen) ab. Meistens verlassen die Patienten das Krankenhaus bereits 2-3 Tage nach der Operation und können (je nach körperlicher Belastung) nach ca. 1Woche wieder arbeiten.
Ist die Schilddrüse komplett entfernt worden, so müssen die Schilddrüsenhormone durch Medikamenteneinnahme dauerhaft ersetzt werden. Bei unvollständiger Entfernung ist meist ebenfalls eine Langzeitmedikation mit Schilddrüsenhormon erforderlich. Hierbei erfolgt eine erste Blutuntersuchung der Schilddrüsenwerte ca.2-4 Wochen nach der Operation, dann jährliche Kontrollen.

Hinweise: Vor der Operation: Oft müssen die Blutgerinnung hemmende Arzneimittel wie Marcumar® oder Aspirin® weggelassen werden. Dies geschieht in Rücksprache mit dem Arzt.