Endoskopie Chirurgie München
Fachärztliche Praxis Barbara Herter
 
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Spektrum

Hämorrhoiden

Unter Hämorrhoiden versteht man Venengeflechte, die sich im Bereiche des analen Schliessmuskels befinden. Diese ‘Gefäßkissen’ befinden sich zwischen der Analschleimhaut und dem Schliessmuskel. Kleinere Arterien können direkte Verbindungen zu diesen Venen aufweisen, so dass diese ‘Kissen’ sich rasch vergrössern können. Hämorrhoiden helfen mit, die sogenannte Feinkontinenz des Analkanals zu gewährleisten. Somit können Stuhl- und Windabgänge kontrolliert werden. Hämorrhoiden sind normale anatomische Gebilde, die jeder Mensch hat. Erst eine Vergrösserung der Hämorrhoiden und deren Begleiterscheinungen kann zu Beschwerden und Blutabgängen führen und somit zum Hämorrhoidalleiden. Man unterscheidet vier Schweregrade von vergrößerten Hämorrhoiden, die durch die Ausdehnung definiert werden.

Beschwerden(Symptome)

Zu den häufigsten Beschwerden zählen Blutabgänge. Nicht selten bestehen Schmerzen, perianales Nässen und Juckreiz, ein Druckgefühl oder Brennen im Analbereich. Bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden kann es zum Austritt von Analschleimhaut (Prolaps) nach Aussen kommen. Starke Blutungen, Einklemmungserscheinungen und Inkontinenzerscheinungen sind als Komplikation anzusehen und müssen medizinisch abgeklärt werden.

Diagnostik

Die Diagnose Hämorrhoiden kann lediglich mit dem sog. Proktoskop (kurzes, starres kleines Rohr mit Lichtquelle) gestellt werden. Das Proktoskop wird in den Enddarm eingeführt und dann langsam zurückgezogen. Dabei erkennt man, ob Hämorrhoiden vorhanden sind, deren Anzahl und Grösse sowie andere krankhafte Befunde (z.B. Fisteln, Entzündungen u.a.). Diese Untersuchung wird in der Praxis durchgeführt und dauert höchstens 2 – 3 Minuten, sie ist absolut schmerzlos.

Therapie

Konservative Therapie
Es ist von entscheidender Wichtigkeit, dass Menschen mit Hämorrhoidalproblemen auf weichen und regelmässigen Stuhlgang achten. Dies kann erreicht werden mit ballaststoffreicher Kost, genügend Flüssigkeitszufuhr und regelmässiger körperlicher Bewegung. In hartnäckigen Fällen können kurzfristig auch Abführmittel verabreicht werden. Aufgrund einer gewissen Abhängigkeit sollten diese allerdings nicht längerfristig eingenommen werden Einfache Maßnahmen, beispielsweise Salben oder Tamponaden, dienen nur der Unterstützung und Symptomverringerung (z.B. des Juckgefühls), nicht jedoch der ursächlichen Therapie.

Hämorrhoiden Schweregrad 3
Hämorrhoiden, Schweregrad 3

Geringere Schweregrade (Grad 1 oder 2) können durch Verödung (Sklerosierung) behandelt werden. Ebenfalls kann eine Abklemmung durch ein Gummiband (Gummibandligatur) vorgenommen werden. Dabei werden durch den Analkanal die die Hämorrhoiden versorgenden Hauptgefässe mittels Gummibändern unterbrochen. Es kommt so nach 2 –3 Wochen zum Absterben und Abfallen der Hämorrhoiden. Diese Behandlung ist nicht schmerzhaft und kann bei Bedarf wiederholt werden.

Bei Schweregrad 3 können die Hämorrhoiden, die aus dem Anus heraustreten, per Hand oder mit einem Instrument in den Analkanal und den Mastdarm zurückgedrückt werden. Bei diesen großen Hämorrhoiden ist in vielen Fällen eine Operation nicht zu umgehen. Dabei gibt es 2 grundlegend verschiedene Methoden, die wir, je nach Befund, einsetzen. Die Operation erfolgt in Vollnarkose oder in Regionalanästhesie, bei der nur ein größerer Körperbereich betäubt wird.

Operation

Offene Hämorrhoidektomie
In Regionalanästhesie oder Narkose werden einzelen, vergrößerte Hämorrhoiden entfernt. Es handelt sich hierbei um eine etablierte und sichere Operation. Die meisten Patienten können je nach Befund am selben Tag oder einen Tag nach der Operation die Klinik wieder verlassen.

Minimalinvasive Hämorrhoidenoperation ( Operation mit Circular-Stapler nach Longo)
In den letzten 10 Jahren zunehmend praktiziert und bei uns routinemäßig eingesetzt wird die sog. transanale Staplermukosektomie. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren, bei dem ein 2-3cm breiter Schleimhautstreifen mit einem speziellen Instrumentarium aus der Analregion entfernt wird. Dabei wird ein Teil der Hämorrhoide entfernt, der untere Schleimhautanteil wird gleichzeitig nach oben hinaufgezogen und so die Hämorrhoiden in den Analkanal zurückgezogen. Der ursächlich bestehende Schleimhautvorfall ist somit entfernt. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass der Eingriff schnell, sicher (in geübter Hand) und schonend durchgeführt werden kann und praktisch schmerzlos ist. Es besteht bei korrekter Durchführung keine Gefahr einer Schliessmuskelverletzung und das Wiederholungsrisiko ist deutlich gemindert. Auch bei diesem Eingriff können die Patienten 1-2 Tage nach der Operation die Klinik verlassen.

Hämorrhoiden Operation   Hämorrhoiden Operationsergebnis
Operation   Operationsergebnis

Prognose:

Schwellungen, Schmerzen und Druckbeschwerden bestehen meist nur eine kurze Zeit nach dem Eingriff und können mit leichten Schmerzmitteln gut behandelt werden. Normalerweise verschwinden direkt nach einer Operation mit dem Hämorrhoiden-Stapler die Symptome. In einigen Fällen kann zu einer sogenannten Stressinkontinenz kommen, bei der der Patient einen unangenehmen Stuhldrang verspürt, dies verschwindet jedoch nach einiger Zeit wieder. Eine erneute Ausbildung vergrößerter und hervortretender Hämorrhoiden ist selten, aber möglich. Die mit dem Stapler eingestanzten Klammern lösen sich zum größten Teil nach einiger Zeit von alleine und werden beim Stuhlgang mit nach außen befördert. Meistens verlassen die Patienten das Krankenhaus bereits 1-2 Tage nach der Operation und können (je nach körperlicher Belastung) nach 1 Woche wieder arbeiten.

Hinweise: Vor der Operation: Gegebenenfalls müssen Medikamente wie Marcumar® oder Aspirin® abgesetzt werden, da sie die Blutgerinnung beeinträchtigen. Dies geschieht in Rücksprache mit dem Arzt.