Endoskopie Chirurgie München
Fachärztliche Praxis Barbara Herter
 
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Spektrum

Dickdarm- und Enddarmkrebs (Kolon- und Rektumkarzinom)

Enddarmkrebs Kolonkarzinom RektumkarzinomBösartige Schleimhautwucherungen (Karzinome) im Dickdarm (Kolon=Dickdarm) oder im Enddarm (Rektum=Enddarm) werden auch Kolonkarzinom, respektive Rektumkarzinom genannt und stellen in Westeuropa die dritthäufigste Krebserkrankung bei Mann und Frau dar. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, nimmt mit steigendem Alter zu. Erstgradige Verwandte (Eltern, Geschwister) von Patienten mit Darm oder Brustkrebs haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken.

Beschwerden (Symptome)

Symptome können Blutbeimengungen beim Stuhlgang, Stuhlunregelmässigkeiten (Durchfall wechselnd mit Verstopfung), Schmerzen oder Gewichtsverlust sein. Derartige Beschwerden sollten unbedingt abgeklärt und gegebenenfalls eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) vorgenommen werden. Mithilfe dieser Untersuchung kann ein solcher Tumor sichtbar gemacht, Proben entnommen oder ausgeschlossen werden. Diese Abklärung ist um so wichtiger, wenn gleichzeitig Hämorrhoiden oder eine Analfissur bestehen, die ähnliche Symptome verursachen können.

Therapie des Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)

Dickdarmkrebs KolonkarzinomFür die Behandlung des Dickdarmkrebses ist es entscheidend, an welcher Stelle des Darmes sich der Tumor befindet. Es wird prinzipiell zwischen Dickdarmkarzinom (Kolonkarzinom) und Enddarmkarzinom (Rektumkarzinom) unterschieden. Das Kolonkarzinom ist ein bösartiger Tumor und entsteht häufig aus einem Polypen und kann überall im Kolon auftreten. Infolge dieses Tumors kann es zu Blutbeimischung zum Stuhl kommen. Er kann im Spätstadium auch zu einem Darmverschluss führen. In der Regel ist keine Vorbehandlung erforderlich. Die chirurgische Entfernung des betroffenen Dickdarmabschnittes kann zur vollständigen Heilung führen. Entscheidend für die Prognose sind Lymphdrüsenabsiedelungen oder Tumorabsiedelungen (Metastasen) in anderen Organen (Leber, Lunge).

Operation

Minimalinvasive Dickdarmoperation
Bei Frühbefunden führen wir die Tumorentfernung entsprechend der Tumorlokalisation laparoskopisch, dh minimalinvasiv durch. Über einen kleinen Einschnitt in der Bauchdecke wird ein optisches Gerät (Laparoskop), an dessen Ende eine kleine Videokamera und eine Lichtquelle sitzen, in die Bauchhöhle eingeschoben. Über weitere Öffnungen werden benötigte Instrumente eingeführt. Um den Einblick zu verbessern, wird der Minimalinvasive DickdarmoperationBauchraum mit CO2-Gas aufgebläht. Das Bild der Mini-Kamera wird live auf einem Monitor dargestellt. Insgesamt benötigt man vier 5-10 mm kleine Schnitte über welche die Arbeitsinstrumente in den Bauchraum eingeführt werden. Der Operateur kann jetzt den gesamten Bauchraum einsehen. Der von dem Dickdarmkrebs betroffene Darmanteil wird mit zugehörigem Lymphbahnen und Blutgefäßen herausgeschnitten, über einen kleinen ca.5-7 cm langen Bauchschnitt entfernt und anschließend die Enden des gesunden Darms wieder miteinander vernäht.
Das minimalinvasiv Verfahren wirkt sich positiv auf den Heilungsverlauf aus, die Darmtätigkeit stellt sich schnell wieder ein und die Arbeitsunfähigkeit wird deutlich reduziert. Auch die nach der Operation auftretenden Schmerzen sind im Vergleich zu einer offenen Operation viel geringer. Der Eingriff erfolgt in Narkose. Die Operation ist technisch anspruchsvoll und sollte deshalb nur von laparoskopisch sehr erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden.

Offene Dickdarmoperation
In den meisten fortgeschrittenen Fällen führen wir eine offene Dickdarmoperation durch. Hierbei wird die Entfernung des Dickdarmanteiles durch einen Bauchschnitt (Laparotomie) durchgeführt. Zusätzlich zu dem von dem Dickdarmkrebs betroffenen Darmanteil werden die zugehörigem Lymphbahnen und Blutgefäße entfernt und anschließend die Schnittränder des gesunden Darms wieder zusammengenäht. Bei Tumorlokalisation im Enddarm, nahe dem Schliessmuskel, ist in Einzelfällen ein vorübergehender (3-8 Wochen) künstlicher, in sehr seltenen Fällen auch bleibender künstlicher Darmausgang erforderlich.

Prognose

Wird das Karzinom in einem Frühstadium erkannt, kann diese Erkrankung durch eine Operation geheilt werden. Für eine solche Operation ist es von entscheidender Bedeutung, dass eine radikale Entfernung des tumortragenden Darmabschnittes mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand und mit den dazugehörigen Blut- und Lymphgefäßen bzw. Lymphknoten durchgeführt wird, da die Lymphknoten häufig Tumorzellen enthalten. Werden solche Tumorzellen in den umgebenden Lymphknoten gefunden, so sollte nach der Operation eine Chemotherapie erfolgen. Dadurch kann das Risiko deutlich gesenkt werden, dass der Körper zu einem späteren Zeitpunkt Tumorableger in anderen Organen (Metastasen) entwickelt. Meistens verlassen die Patienten das Krankenhaus bereits 8-10 Tagen nach der Operation und können (je nach körperlicher Belastung) nach 3-4 Wochen wieder arbeiten. Die Kost muss nach der Darmoperation langsam wieder aufgebaut werden und sollte auch in den folgenden Wochen schonend erfolgen. Die Darmaktivität beginnt normalerweise wieder von alleine.

Vorsorge

Ab einem bestimmten Alter ist es sinnvoll, sich zur Verhütung des Dickdarmkrebses zur Vorsorgeuntersuchung zu begeben. Bei dieser Untersuchung wird der gesamte Dickdarm von innen inspiziert und Tumorvorstufen (Adenome) werden abgetragen. Bitte besuchen Sie www.darmkrebs.de der Felix-Burda-Stiftung für weiterführende Informationen. Eine Vorsorge-Darmspiegelung ist wenig belastend und kann nach Terminabsprache ambulant vereinbart werden.

Hinweise: Vor der Operation: Gegebenenfalls müssen Medikamente, die die Blutgerinnung stören, beispielsweise Aspirin® oder Marcumar®, vor der Operation abgesetzt werden. Dies geschieht immer in Rücksprache mit dem Arzt. Vor der Operation muss der Darm gereinigt werden, entweder durch einen Einlauf oder durch Trinken einer Spülflüssigkeit und Einnahme von abführenden Medikamenten.